Checkliste für die Probefahrt mit einem Occasion Auto

Autor: Content Team Emil Frey, aktualisiert am 09. September 2026

Die meisten Auffälligkeiten an einem Occasionsfahrzeug zeigen sich weder im Inserat oder Online-Angebot noch am stehenden Fahrzeug, sondern erst während einer Probefahrt. Eine kurze Runde um den Block reicht dafür nicht. Wer Bremsen, Lenkung, Motor, Getriebe, Geräusche und Kontrollanzeigen gezielt prüft, weiss vor der Vertragsunterzeichnung, ob ein Fahrzeug in Ordnung ist oder ob es vor dem Kauf nochmals fachmännisch geprüft werden sollte. Die folgende Checkliste führt Sie durch alle Punkte vor, während und nach der Probefahrt mit einem Occasion Auto – auch direkt auf dem Smartphone während der Besichtigung.

Das Wichtigste auf einen Blick


Diese fünf Punkte machen bei einer Probefahrt mit einem Occasion Auto den grössten Unterschied:

1
Planen Sie rund 30 Minuten ein und kombinieren Sie Stadtverkehr, Landstrasse sowie wenn möglich Autobahn oder Schnellstrasse.
2
Starten Sie das Fahrzeug wenn möglich mit kaltem Motor und beobachten Sie, ob die Kontrollleuchten nach dem Start ordnungsgemäss erlöschen.
3
Testen Sie Bremsen, Lenkung, Beschleunigung, Getriebe und Kupplung gezielt und achten Sie auf Vibrationen oder einseitiges Fahrverhalten.
4
Schalten Sie für einen Teil der Fahrt Radio und Musik aus, damit ungewöhnliche Geräusche überhaupt auffallen.
5
Notieren Sie jede Auffälligkeit sofort und lassen Sie das Fahrzeug bei Unsicherheiten vor dem Kauf professionell prüfen. Bei einer Elektro-Occasion gehört der Gesundheitszustand der Batterie zwingend dazu.

Häufige Fragen zur Probefahrt mit einem Occasion Auto

Auf einem Tachometer leuchten verschiedene Warnlämpchen.

Was sollte man bei einer Probefahrt mit einem Occasion Auto prüfen?

Prüfen Sie Motorstart und Kontrollleuchten, Motorlauf, Getriebe, Kupplung, Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und Spurtreue sowie Elektronik und Komfortfunktionen. Achten Sie zusätzlich bewusst auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen und Gerüche. Bei einer Elektro-Occasion kommt der dokumentierte Batteriezustand dazu.

Autos fahren auf einer Schweizer Autobahn.

Wie lange sollte eine Probefahrt mit einer Occasion dauern?

Rund 30 Minuten. Kürzere Fahrten reichen nicht, weil viele Auffälligkeiten erst bei Betriebstemperatur, bei höherem Tempo oder auf unebenem Belag auftreten. Die Strecke sollte unterschiedliche Strassentypen und Geschwindigkeiten abdecken.

Eine leere Landstrasse führt einem Wäldchen entlang.

Welche Strecke eignet sich für eine Probefahrt?

Eine Kombination aus Stadt- oder Dorfverkehr, Landstrasse und wenn möglich Autobahn oder Schnellstrasse. Kurvige Abschnitte, schlechterer Belag sowie Steigung und Gefälle zeigen zusätzlich, wie sich Fahrwerk und Bremsen verhalten.

Ein Mann dreht den Zündschlüssel eines Autos.

Sollte man ein Occasion Auto mit kaltem Motor testen?

Wenn möglich ja. Auffälligkeiten beim Startverhalten, beim Motorlauf und beim Abgasverhalten lassen sich an einem bereits warmgefahrenen Fahrzeug deutlich schwerer erkennen. Bitten Sie den Verkäufer, das Fahrzeug vor dem Termin stehen zu lassen.

Ein Mann sitzt in einem Auto und hört auf Motorengeräusche.

Welche Geräusche sind bei einer Probefahrt verdächtig?

Ungewöhnliches Klappern, Poltern, Schleifen, Pfeifen, Brummen oder Mahlen. Notieren Sie, in welcher Situation das Geräusch auftritt, etwa beim Bremsen, beim Lenken, auf Unebenheiten oder bei bestimmten Geschwindigkeiten, und lassen Sie es bei Bedarf von einer Fachperson abklären.

Ein Mann zeigt auf einen Kratzer in einem weissen Auto.

Wie erkenne ich einen Unfallschaden bei einem Occasion Auto?

Mögliche Hinweise sind ungleichmässige Spaltmasse, Farbtonunterschiede zwischen Karosserieteilen, auffällig neue Bauteile, Spuren von Nachlackierungen, bearbeitete Schraubverbindungen sowie schlechte Spurtreue. Ein gut reparierter Unfallschaden ist für Laien aber nicht sicher erkennbar. Bei Verdacht hilft nur eine professionelle Prüfung.

Ein Mann und eine Frau besprechen sich.

Ist ein Auto frisch ab MFK automatisch in gutem Zustand?

Nein. Die MFK prüft die gesetzlichen Anforderungen an die Betriebssicherheit zum Prüfzeitpunkt. Sie ist keine umfassende Zustandsprüfung und sagt nichts über den Verschleiss von Kupplung, Getriebe oder Antriebsbatterie aus.

Ein Autoverkäufer zeigt einer Frau etwas in den Unterlagen.

Was muss ich bei der Probefahrt mit einem gebrauchten Elektroauto zusätzlich beachten?

Der wichtigste Punkt ist der Gesundheitszustand der Antriebsbatterie, der State of Health. Er lässt sich nicht «erfahren», sondern nur messen. Verlangen Sie ein Batteriezertifikat aus einem herstellerunabhängigen Test. Prüfen Sie auf der Fahrt zusätzlich Rekuperation, Fehlermeldungen des Hochvoltsystems und lassen Sie sich einen Ladevorgang zeigen.

Zwei Männer sitzen in einem Auto.

Sollte ich eine Begleitperson zur Probefahrt mitnehmen?

Ja, besonders bei wenig eigener Fahrzeugerfahrung. Eine zweite Person nimmt Geräusche und Details wahr, die der fahrenden Person entgehen, und hilft dabei, sich im Verkaufsgespräch nicht unter Druck setzen zu lassen.

Das Logo von Emil Frey Select ist auf einem Pilon abgebildet.

Wann ist ein professioneller Occasionstest sinnvoll?

Bei höherem Kaufpreis, älteren Fahrzeugen, hoher Laufleistung, unklarer Servicehistorie, Verdacht auf Unfallschäden, technischen Auffälligkeiten während der Probefahrt oder bei einem Elektrofahrzeug ohne dokumentierten Batteriezustand. Alle Occasionen von Emil Frey durchlaufen einen Fachmann-Check und tragen das Label Emil Frey SELECT.

Ein Mann schreibt etwas auf.

Was sollte ich tun, wenn ich während der Probefahrt einen Mangel entdecke?

Dokumentieren Sie den Mangel mit Notiz und Foto und besprechen Sie ihn mit dem Verkäufer. Klären Sie, ob er vor der Übergabe behoben oder im Kaufpreis berücksichtigt wird, und halten Sie die Vereinbarung schriftlich im Kaufvertrag fest.

Ein Richterhammer liegt neben einer Schweizer Fahne.

Welche Rechte habe ich, wenn nach dem Kauf ein verschwiegener Mangel auftaucht?

Nach Art. 197 ff. OR haftet der Verkäufer für zugesicherte Eigenschaften und für erhebliche Mängel, die bei der Übergabe bereits vorhanden waren. Bei gebrauchten Fahrzeugen wird diese Haftung oft vertraglich eingeschränkt, ein Ausschluss ist bei arglistigem Verschweigen jedoch unwirksam. Melden Sie den Mangel unverzüglich und schriftlich.

Was sollte man bei einer Probefahrt mit einem Occasion Auto prüfen?


Bei einer Probefahrt mit einem Occasion Auto prüfen Sie zwölf Bereiche: Motorstart, Kontrollleuchten, Motorlauf, Getriebe, Kupplung, Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Spurtreue, Cockpitanzeigen, Elektronik sowie Geräusche und Gerüche. Bei einem Elektro- oder Hybridfahrzeug kommen Antrieb, Rekuperation, Reichweitenanzeige und der Batteriezustand dazu.

Prüfbereich Darauf sollten Sie achten:
Motorstart Springt der Motor problemlos an und läuft er ruhig?
Kontrollleuchten Erlöschen die Warnleuchten nach dem Start?
Motor Gleichmässige Leistungsentfaltung, keine auffälligen Geräusche oder Gerüche
Getriebe Saubere und ruckfreie Gangwechsel
Kupplung Kein Durchrutschen, Rupfen oder ungewöhnlicher Schleifpunkt
Bremsen Gleichmässige Verzögerung, kein Ziehen zur Seite
Lenkung Präzise Reaktion, keine auffälligen Vibrationen
Fahrwerk Kein Poltern, Knacken oder ungewöhnliches Nachschwingen
Spurtreue Fahrzeug fährt auf gerader Strecke stabil geradeaus
Cockpit Keine Warn- oder Fehlermeldungen im Display
Elektronik Klima, Fensterheber, Assistenzsysteme und weitere Funktionen testen
Geräusche und Gerüche Klappern, Schleifen, Pfeifen oder ungewöhnliche Gerüche beachten

Wie Sie die einzelnen Punkte auch ohne Fachwissen testen und welches Verhalten normal ist, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Vor der Probefahrt: Fahrzeug und Unterlagen prüfen


Ein Teil der Beurteilung findet statt, bevor Sie losfahren. Vereinbaren Sie den Termin bei Tageslicht und bitten Sie den Verkäufer, das Fahrzeug nicht vorher warmzufahren. Beides kostet nichts und verbessert die Aussagekraft der Besichtigung deutlich.


Gehen Sie das Fahrzeug systematisch durch: Karosserie und Innenraum, Reifen und Felgen samt Profiltiefe und ungleichmässigem Verschleiss, der Boden unter dem Fahrzeug auf sichtbare Flüssigkeitsspuren sowie im Motorraum Ölstand und Kühlflüssigkeit.


Bei den Unterlagen sind vier Dinge wichtig:

1. Der Fahrzeugausweis.
2. Das Serviceheft beziehungsweise die digitale Servicehistorie.
3. Der Kilometerstand im Abgleich mit den Serviceeinträgen.
4. Das Datum der letzten Motorfahrzeugkontrolle (MFK).

Fragen Sie ausdrücklich nach bekannten Schäden, Reparaturen und Unfällen. Bei einem Privatverkauf prüfen Sie zusätzlich, ob die verkaufende Person im Fahrzeugausweis als Halter eingetragen ist.


Klären Sie ausserdem vor Fahrtantritt, wie das Fahrzeug während der Probefahrt versichert ist und wer einen allfälligen Selbstbehalt trägt. Nehmen Sie den Führerausweis mit und wenn möglich auch eine zweite Person.

Hinweis: Probefahrt bei Tageslicht

Besichtigen und fahren Sie eine Occasion möglichst bei Tageslicht und guten Wetterbedingungen. Kratzer, Dellen, Lackunterschiede und andere Auffälligkeiten sind bei Dunkelheit oder Regen deutlich schwieriger zu erkennen.

Hinweis: Die MFK ist kein Occasionstest

Eine aktuelle MFK zeigt, dass das Fahrzeug zum Prüfzeitpunkt die gesetzlichen Anforderungen an die Betriebssicherheit erfüllt hat. Sie ist weder eine umfassende Zustandsprüfung noch eine Garantie dafür, dass keine Verschleissteile oder anderen Mängel vorhanden sind. In der Schweiz wird ein Personenwagen erstmals fünf Jahre nach der ersten Inverkehrsetzung geprüft, danach nach weiteren drei Jahren und anschliessend alle zwei Jahre. Zwischen zwei Prüfungen liegen also Jahre, in denen viel passieren kann.

Die richtige Strecke und Dauer für die Probefahrt


Planen Sie für eine ernsthafte Probefahrt rund 30 Minuten ein. Kürzere Fahrten zeigen zu wenig, weil viele Auffälligkeiten erst bei Betriebstemperatur, bei höherem Tempo oder auf unebenem Belag auftreten.


Kombinieren Sie nach Möglichkeit:

5. Stadt- oder Dorfverkehr mit häufigem Anfahren und Bremsen
6. Landstrasse
7. kurvige Abschnitte
8. schlechteren Strassenbelag
9. Steigung und Gefälle
10. Autobahn oder Schnellstrasse
11. Einparken und Rangieren, inklusive Rückwärtsgang

Testen Sie das Fahrzeug nicht nur auf einer perfekt ausgebauten Hauptstrasse. Nutzen Sie unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche und führen Sie technische Tests nur dann durch, wenn Verkehrslage und Sicherheit es zulassen.

Experten-Tipp

Planen Sie die Route vor der Probefahrt. Eine Mischung aus Stadt, Landstrasse und schnellerer Strecke verrät über Bremsen, Lenkung, Fahrwerk und Geräusche deutlich mehr als eine Runde ums Autohaus. Schalten Sie auf einem ruhigen Abschnitt zudem das Radio aus.

Motorstart und Kontrollleuchten prüfen


Starten Sie den Motor wenn möglich im kalten Zustand. Achten Sie darauf, ob er zügig und ohne langes Orgeln anspringt und danach ruhig und gleichmässig läuft. Auffälliges Klappern, Rasseln oder Pfeifen direkt nach dem Start ist ein Punkt für Ihre Notizen.

Auf einem Tachometer leuchten mehrere Kontrolleuchten.

Achten Sie beim Einschalten der Zündung darauf, welche Kontrollleuchten aufleuchten, und nach dem Start darauf, ob sie wieder erlöschen. Eine Leuchte, die dauerhaft brennt, gehört ebenso in Ihre Notizen wie eine, die gar nie aufleuchtet: Beides kann auf ein Problem oder auf eine Manipulation hindeuten. Prüfen Sie ausserdem das Display auf Fehlermeldungen und den Leerlauf, der stabil sein sollte.

Auffälliger Abgasgeruch oder starker Rauch beim Start ist ein Hinweis, mehr nicht. Leiten Sie aus einem einzelnen Geräusch oder Geruch keine Diagnose ab, sondern halten Sie die Beobachtung fest.

Motor, Getriebe und Kupplung während der Fahrt testen


Im Antrieb zeigt sich der Zustand eines Fahrzeugs besonders deutlich. Achten Sie beim Beschleunigen darauf, ob die Leistung gleichmässig anliegt oder ob Aussetzer, Ruckeln oder ein spürbarer Leistungsabfall auftreten. Der Motor sollte sauber und ohne Verzögerung aufs Gaspedal reagieren.

Ein Mann betätigt den Schalthebel eines Automatik-Autos.

Bei einem Automatikgetriebe sollten die Gangwechsel ruckfrei ablaufen, beim Beschleunigen wie beim Verzögern. Bei einer Handschaltung sollten sich alle Gänge inklusive Rückwärtsgang sauber einlegen lassen. Mahlende, kratzende oder schlagende Geräusche beim Schalten sind ein Warnsignal.

Bei der Kupplung sollte der Schleifpunkt im normalen Bereich des Pedalwegs liegen und nicht erst ganz oben. Beim Anfahren an einer Steigung darf die Kupplung nicht rupfen. Steigt die Drehzahl im höheren Gang, ohne dass das Fahrzeug entsprechend schneller wird, deutet das auf eine durchrutschende Kupplung hin.


Achten Sie zusätzlich auf Lastwechsel, also den schnellen Wechsel zwischen Gasgeben und Gaswegnehmen: Schläge oder deutliches Ruckeln gehören auf die Liste. Testen Sie auch langsames Anfahren und Rangieren.

Elektro- und Hybrid-Occasion: Was bei der Probefahrt anders ist


Bei einer gebrauchten Elektro- oder Hybrid-Occasion entfallen mechanische Prüfpunkte wie Kupplung oder Schaltgetriebe weitgehend. Dafür kommen andere dazu, und der wichtigste davon lässt sich nicht «erfahren», sondern nur messen: der Gesundheitszustand der Antriebsbatterie, in der Branche State of Health oder kurz SoH genannt. Der SoH-Wert beschreibt, wie viel der ursprünglichen Speicherkapazität die Batterie heute noch hat. Er ist bei einer Elektro-Occasion das, was bei einem Verbrenner der Kilometerstand und der Motorzustand sind.


Ein herstellerunabhängiger Batterietest wie jener von AVILOO liefert dazu einen dokumentierten Wert statt einer Schätzung. Die Emil Frey Garagen setzen dieses Verfahren flächendeckend ein. Verlangen Sie ein solches Zertifikat oder eine gleichwertige Diagnose. Die Reichweitenanzeige im Fahrzeug ist kein Ersatz: Sie rechnet aus dem bisherigen Fahrprofil hoch und sagt über den Batteriezustand wenig aus.


Auf der Probefahrt selbst prüfen Sie:

12. Beschleunigung ohne Ruckeln und ohne unerwartete Leistungsbegrenzung
13. Rekuperation, also die Bremswirkung beim Gaswegnehmen: Sie sollte gleichmässig und in den vorhandenen Stufen einstellbar sein
14. das Zusammenspiel von Rekuperation und mechanischer Bremse, das ohne spürbaren Übergangsruck funktionieren sollte
15. Fehlermeldungen zum Hochvoltsystem im Display
16. Geräusche von Lüftern und Kühlung, die bei Elektrofahrzeugen zur Batteriekonditionierung gehören
17. bei Plug-in-Hybriden zusätzlich den Wechsel zwischen Elektro- und Verbrennerbetrieb

Lassen Sie sich wenn möglich einen Ladevorgang zeigen, an der Wallbox und an einer Schnellladesäule. Prüfen Sie, ob alle Ladekabel vorhanden sind, und fragen Sie nach der noch laufenden Batteriegarantie des Herstellers sowie deren Bedingungen. Die Batteriegarantie ist an Fristen, Kilometerstände und teilweise an Servicevorgaben gebunden.

Bremsen, Lenkung und Fahrwerk prüfen


Diese drei Bereiche sind sicherheitsrelevant. Nehmen Sie sich dafür bewusst Zeit und führen Sie Bremsmanöver nur auf freier Strecke und bei guten Bedingungen durch.

Bremsen


Prüfen Sie, ob das Fahrzeug gleichmässig verzögert, ohne zur Seite zu ziehen. Achten Sie auf starkes Rubbeln im Pedal oder Lenkrad, auf schleifende oder quietschende Geräusche und auf das Pedalgefühl: Ein schwammiges oder tief absinkendes Pedal ist ein Warnsignal. Testen Sie auch die Feststellbremse oder die elektronische Parkbremse, idealerweise an einer leichten Steigung.

Lenkung und Spurtreue


Beobachten Sie, ob das Lenkrad bei Geradeausfahrt gerade steht und ob das Fahrzeug ohne Korrektur die Spur hält. Die Lenkung sollte gleichmässig und ohne ungewöhnlich grosses Spiel reagieren. Achten Sie zusätzlich darauf, ob bei höherem Tempo Vibrationen im Lenkrad auftreten.

Fahrwerk


Fahren Sie bewusst über unebenen Belag und achten Sie auf Poltern oder Knacken. Das Fahrzeug sollte nach einer Bodenwelle nicht mehrfach nachschwingen. Beobachten Sie zusätzlich das Verhalten in Kurven.

Beobachtung Mögliches Warnsignal
Fahrzeug zieht beim Bremsen deutlich zur Seite Bremsanlage, Reifen oder Fahrwerk prüfen lassen
Lenkrad vibriert bei höherem Tempo Reifen, Räder oder Fahrwerk überprüfen lassen
Poltern auf Unebenheiten Fahrwerkskomponenten prüfen lassen
Lenkrad steht bei Geradeausfahrt schief Spur oder Fahrwerk kontrollieren lassen
Starkes Rubbeln beim Bremsen Bremsanlage fachmännisch prüfen lassen

Diese Tabelle zeigt Warnsignale, keine Diagnosen. Was tatsächlich dahintersteckt, klärt eine Fachperson.

Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen und Gerüche


Schalten Sie für einen Teil der Fahrt Radio, Musik und Gespräche aus. Öffnen Sie kurz das Fenster. Viele Auffälligkeiten sind hörbar, gehen aber im Hintergrundgeräusch unter.


Relevant sind Klappern, Knacken, Schleifen, Pfeifen, Brummen und Mahlen, ebenso Vibrationen im Lenkrad, im Pedal oder im Sitz. Bei den Gerüchen zählen verbrannter Geruch, Kraftstoff- oder Ölgeruch, süsslicher Geruch nach Kühlflüssigkeit sowie auffällige Abgasgerüche. Achten Sie auch darauf, ob sich Geräusche mit der Geschwindigkeit, mit der Drehzahl oder beim Lenken verändern: Diese Information ist später für die Werkstatt wertvoll.


Ein einzelnes Geräusch erlaubt einem Laien keine sichere Diagnose. Halten Sie fest, was Sie wann und in welcher Situation gehört haben, und lassen Sie es bei Bedarf vor dem Kauf abklären.

Elektronik, Klimaanlage und Komfortfunktionen testen


Defekte in diesem Bereich sind selten sicherheitsrelevant, können aber teuer werden. Prüfen Sie diese Funktionen vorzugsweise vor oder nach dem Fahrtest, damit die Bedienung Sie unterwegs nicht ablenkt.

Eine Frau fährt in einem Auto mit Navigationssystem.

Auf die Liste gehören: Klimaanlage (kühlt sie spürbar?), Heizung, Sitzheizung, Fensterheber, Zentralverriegelung, elektrische Spiegel, Infotainment inklusive Bluetooth, Navigation, Rückfahrkamera, Parksensoren, Assistenzsysteme, sämtliche Leuchten, Blinker, Scheibenwischer und Waschanlage sowie, falls vorhanden, elektrische Heckklappe und Schiebedach.

Lassen Sie sich alle vorhandenen Schlüssel zeigen. Ein fehlender Zweitschlüssel ist bei modernen Fahrzeugen ein spürbarer Kostenpunkt.

Nach der Probefahrt: Mängel dokumentieren und Fahrzeug nochmals prüfen

Eine Frau hält eine Checkliste in der Hand und schaut ein Auto an.

Notieren Sie unmittelbar nach der Fahrt alle Auffälligkeiten, solange die Eindrücke frisch sind. Schauen Sie sich das Fahrzeug danach ein zweites Mal von aussen an, werfen Sie wenn möglich einen Blick darunter und achten Sie auf frische Flüssigkeitsspuren am Boden. Auch der Motorraum sieht nach der Fahrt anders aus: Undichtigkeiten zeigen sich oft erst im warmen Zustand. Kontrollieren Sie zum Schluss nochmals Reifen und Display.

Besprechen Sie alle gefundenen Punkte mit dem Verkäufer und klären Sie konkret, ob und bis wann Mängel vor der Übergabe behoben oder im Preis berücksichtigt werden. Halten Sie Zusicherungen schriftlich fest, idealerweise direkt im Kaufvertrag.


Unterschreiben Sie nicht unter Zeitdruck. Aussagen wie "das Fahrzeug ist morgen weg" sind ein Grund, sich mehr Zeit zu nehmen, nicht weniger.

Experten-Tipp

Notieren Sie Auffälligkeiten direkt während oder unmittelbar nach der Probefahrt. Nach mehreren Fahrzeugbesichtigungen verschwimmen die Eindrücke. Fotos und eine standardisierte Checkliste machen den Vergleich zwischen zwei Fahrzeugen erst möglich.

Hinweise auf einen möglichen Unfallschaden erkennen


Ein sauber reparierter Unfallschaden ist für Laien nicht immer erkennbar. Es gibt aber Indizien, die bei der Besichtigung auffallen können:

18. ungleichmässige Spaltmasse an Türen, Motorhaube oder Heckklappe
19. sichtbare Farbtonunterschiede zwischen einzelnen Karosserieteilen
20. auffällig neue Bauteile an einem ansonsten älteren Fahrzeug
21. unterschiedliche oder unterschiedlich stark vergilbte Scheinwerfer
22. Spuren von Nachlackierungen, etwa Farbspuren an Dichtungen oder Zierleisten
23. beschädigte, gelöste oder nachträglich bearbeitete Schraubverbindungen an Kotflügeln und Motorhaube
24. ungleichmässiger Reifenverschleiss
25. schiefe Lenkradstellung oder schlechte Spurtreue trotz gerader Strasse
26. dokumentierte grössere Reparaturen in der Servicehistorie

Diese Punkte sind Hinweise und kein Nachweis. Ein Farbtonunterschied kann von einem Parkschaden stammen, ein neues Bauteil von einer regulären Reparatur. Umgekehrt schliesst das Fehlen dieser Indizien einen früheren Unfall nicht aus. Bei ernsthaftem Verdacht gehört das Fahrzeug vor dem Kauf zu einer Fachperson oder in einen professionellen Occasionstest.

Hinweis: Schriftliche Dokumentation der Schäden

Fragen Sie ausdrücklich nach bekannten Unfall- und Reparaturschäden und lassen Sie die Antwort schriftlich im Kaufvertrag festhalten. Eine mündliche Zusicherung ist im Streitfall schwer zu beweisen.

Welche Rechte haben Käufer bei verschwiegenen Mängeln in der Schweiz?


Nach Schweizer Recht haftet der Verkäufer im Rahmen der Sachgewährleistung nach Art. 197 ff. OR für zugesicherte Eigenschaften. Dazu kommen Mängel, die bei der Übergabe bereits vorhanden waren und den Wert oder die Tauglichkeit des Fahrzeugs erheblich mindern. Das gilt grundsätzlich auch beim Kauf von einer Privatperson.


Entscheidend ist, was im Kaufvertrag steht. Bei gebrauchten Fahrzeugen wird die Gewährleistung häufig vertraglich eingeschränkt oder ganz wegbedungen. Kauft eine Konsumentin oder ein Konsument bei einem gewerblichen Verkäufer, darf die Verjährungsfrist für gebrauchte Sachen nicht unter ein Jahr verkürzt werden (Art. 210 OR). Zwischen Privatpersonen ist ein weitergehender Ausschluss möglich. Unwirksam ist ein solcher Ausschluss allerdings dann, wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen hat (Art. 199 OR).


Praktisch heisst das: Lassen Sie Aussagen wie "unfallfrei" oder "Steuerkette neu" in den Kaufvertrag schreiben. Prüfen Sie das Fahrzeug nach der Übergabe zügig und melden Sie festgestellte Mängel unverzüglich und nachweisbar schriftlich, am besten eingeschrieben. Wer zu lange wartet, riskiert, dass das Fahrzeug als genehmigt gilt.


Diese Angaben sind eine allgemeine Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung. In einem konkreten Streitfall lohnt sich professionelle rechtliche Unterstützung.

Wann sollte eine Occasion professionell geprüft werden?


Eine Probefahrt zeigt viel, aber nicht alles. Eine zusätzliche professionelle Prüfung ist besonders dann sinnvoll, wenn einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen:

höherer Kaufpreis
älteres Fahrzeug oder hohe Laufleistung
lückenhafte Servicehistorie
Verdacht auf einen Unfallschaden
ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen während der Probefahrt
sichtbare Flüssigkeitsverluste
auffälliges Brems- oder Lenkverhalten
widersprüchliche Angaben des Verkäufers
fehlende oder lange zurückliegende MFK
technisch komplexe Fahrzeuge, etwa mit Luftfederung oder Allradsystem
Elektro- oder Hybridfahrzeug ohne dokumentierten Batteriezustand
schlicht eigene Unsicherheit

Die Probefahrt ersetzt keine technische Zustandsprüfung, und eine aktuelle MFK ist nicht dasselbe wie ein umfassender Occasionstest.

Probefahrt-Checkliste für Occasion Autos


Diese Checkliste können Sie während der Besichtigung Punkt für Punkt durchgehen.

Vor der Probefahrt

Fahrzeug bei guten Lichtverhältnissen besichtigen
Karosserie auf Kratzer, Dellen und Lackunterschiede prüfen
Reifen, Felgen und Profiltiefe ansehen
Fahrzeugausweis kontrollieren
Servicehistorie prüfen und mit Kilometerstand abgleichen
Datum der letzten MFK kontrollieren
Nach bekannten Mängeln und Unfallschäden fragen
Versicherung für die Probefahrt klären
Alle Fahrzeugschlüssel zeigen lassen
Wenn möglich zweite Person mitnehmen

Beim Start

Motor möglichst kalt starten
Springt der Motor problemlos an?
Läuft der Motor ruhig?
Erlöschen die Kontrollleuchten ordnungsgemäss?
Gibt es keine Fehlermeldungen im Display?
Keine ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche?

Während der Fahrt

Beschleunigung gleichmässig?
Getriebe schaltet sauber?
Kupplung ohne Rupfen und Durchrutschen?
Bremsen verzögern gleichmässig?
Zieht das Fahrzeug beim Bremsen nicht zur Seite?
Lenkung präzise und ohne auffälliges Spiel?
Fahrzeug hält sauber die Spur?
Lenkrad vibriert nicht auffällig?
Fahrwerk ohne Poltern oder Knacken?
Keine ungewöhnlichen Motor- oder Fahrgeräusche?
Keine auffälligen Gerüche?
Stadt, Landstrasse und schnellere Strecke gefahren?
Rückwärtsgang und Rangieren getestet?

Zusätzlich bei Elektro- und Hybridfahrzeugen

Dokumentierter Batteriezustand (SoH) vorhanden?
Rekuperation funktioniert gleichmässig und einstellbar?
Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse ohne Ruck?
Keine Fehlermeldungen zum Hochvoltsystem?
Ladevorgang an Wallbox und Schnellladesäule gezeigt bekommen?
Alle Ladekabel vorhanden?
Restlaufzeit und Bedingungen der Batteriegarantie geklärt?

Elektronik und Komfort

Klimaanlage und Heizung funktionieren
Fensterheber und Zentralverriegelung funktionieren
Licht, Blinker und Scheibenwischer funktionieren
Infotainment und Bluetooth funktionieren
Kamera und Parksensoren funktionieren
Assistenzsysteme ohne Fehlermeldungen

Nach der Probefahrt

Alle Auffälligkeiten notiert
Fahrzeug nochmals optisch kontrolliert
Keine frischen Flüssigkeitsspuren am Boden
Gefundene Mängel mit Verkäufer besprochen
Reparaturen und Zusicherungen schriftlich festgehalten
Bei Unsicherheit professionelle Fahrzeugprüfung vereinbart
Kaufentscheidung nicht unter Zeitdruck getroffen

Occasion Auto bei Emil Frey finden und probefahren


Wer die Prüfung nicht selbst durchführen möchte, beginnt am besten bei einem Fahrzeug, das bereits geprüft wurde. Alle Occasionen von Emil Frey tragen das Label Emil Frey SELECT. Dahinter stehen konkrete Zusagen: Die Fahrzeuge sind maximal acht Jahre alt, haben nachweislich höchstens 96'000 Kilometer zurückgelegt und den Fachmann-Check in einer Emil Frey Garage durchlaufen. Zusätzlich wird jedes Fahrzeug darauf geprüft, ob frühere Unfallschäden die primär tragende Fahrzeugstruktur betroffen haben.


Dazu kommen eine Garantie von zwölf Monaten sowie ein einmaliges Rückgaberecht von 14 Tagen ab Fahrzeugübergabe, das nicht für geleaste Fahrzeuge gilt. Bei Elektro-Occasionen setzen die Emil Frey Garagen den herstellerunabhängigen AVILOO Batterietest ein, der den Gesundheitszustand der Antriebsbatterie dokumentiert statt schätzt.


Eine Probefahrt gehört in jedem Fall dazu, auch bei einem geprüften Fahrzeug. Finanzierung, Leasing und Versicherung lassen sich im selben Gespräch klären.


Benzinäquivalent (Bä): Bei Dieselmotoren wird zusätzlich das Benzinäquivalent aufgeführt. Den Wert erhält man, indem man den Dieselverbrauch/100 km mit dem Faktor 113 multipliziert. So ergibt sich zum Beispiel aus einem Dieselverbrauch von 4,8 l/100 km ein Ba von 5,42 1/100 km. Schreibweise auf dieser Website Mix-Verbrauch 4,8 1/100 km (Benzinäquivalent oder auch Ba 5,42 1/100 km).

Der Durchschnittswert der CO₂-Emissionen aller in der Schweiz verkauften Neuwagen beträgt 111 g/km für das Jahr 2026. Der Zielwert liegt bei 93.6 g/km.

Garantie/Service: Bei den Angaben in Jahren oder Kilometer gilt immer der zuerst erreichte Wert.

Verkaufsbedingungen: Alle Angebote auf dieser Website sind gültig solange Vorrat, bis auf Widerruf oder bis an dem angegebenen Datum. Die aufgeführten Preise verstehen sich inkl. 8.1 % MwSt., ausser Nutzfahrzeuge. Irrtümer, Änderungen bei Preisen, Modellen, Ausstattungen und Verkaufsaktionen bleiben vorbehalten. Eine Leasingvergabe wird nicht gewährt, falls sie zur Überschuldung der Konsumentin oder des Konsumenten führt. Abgebildete Fahrzeuge enthalten zum Teil aufpreispflichtige Optionen. Die Vollkaskoversicherung ist bei sämtlichen Leasingangeboten obligatorisch, aber nicht inbegriffen. Die Anzahlung ist bei Leasingangeboten nicht obligatorisch.