Emil Frey Racing:

Fortsetzung einer Familientradition

2012 ist Emil Frey Racing wiederbelebt worden. Damit trat Teamchef und Fahrer Lorenz Frey in die Fussstapfen seines Grossvaters. Emil Frey fuhr in den 1920er-Jahren erfolgreich Töffrennen, und auch der Sohn des Firmengründers, Walter Frey, kann auf rennsportliche Erfolge zurückblicken.

 

Natürlich hatte Emil Frey "Benzin im Blut". Er ging an den Start, um zu siegen. Aber der gelernte Mechaniker fuhr vor allem Töffrennen, um Reklame zu machen für seine 1924 in Zürich gegründete Firma. Mit seinen rennsportlichen Erfolgen, die sich rasch einstellten, konnte er sich sowohl als Fachmann profilieren als auch die Qualität seiner Produkte belegen.


 

Desgleichen war sein Sohn und Nachfolger Walter Frey vom Rennsportvirus infiziert. Ende der 1960er- bis Mitte der 1980er-Jahre war die Rennabteilung der Emil Frey AG ein fester Bestandteil im schweizerischen Autorennsport. Auch bei ihm waren die sportlichen Erfolge unter anderem mit einem getunten Mini Cooper S und einem Toyota Celica nicht zuletzt Mittel zum Zweck: So konnte er die von der Emil Frey Gruppe importierten Marken bekannt machen und überdies ihre Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit beweisen.


  
Auch bei Lorenz Frey scheint die Motivation des Grossvaters durch: "Die Emil Frey AG ist der Fachmann im Autogewerbe. Nirgendwo sonst können wir unsere technische Kompetenz eindrücklicher demonstrieren und unter Beweis stellen, als im sportlichen Wettbewerb auf der Rennpiste. Hier werden Entwicklungen getestet, die schlussendlich auch den Serienfahrzeugen zugutekommen." In dritter Generation nahm Lorenz Frey die alte Tradition wieder auf und wiederbelebte 2012 das Emil Frey Racing Team. Anfänglich stand ihm der erfahrene Rennpilot Fredy Barth zur Seite.

Ein Serien-Jaguar XK wurde in Eigenregie komplett neu aufgebaut. Rund 98 Prozent der Teile wurden ausgebaut und ersetzt, um aus dem sportlichen Luxuscoupé einen konkurrenzfähigen Rennboliden zu machen. So gelang es, das Gewicht gegenüber der Strassenversion um 400 auf noch 1240 Kilogramm zu senken. Die Abstimmung des 5-Liter-V8-Saugers besorgte der Churer Mario Illien. Der "Motorenflüsterer" jagte die Motorleistung von 385 auf über 600 PS hoch; nun geht der blauen Raubkatze erst bei Tempo 300 der Schnauf aus.

Das kleine Privatteam aus Safenwil trat ab 2015 mit dem eigens entwickelten Jaguar GT3 in der Blancpain GT Series gegen die Crème de la Crème der Sportwagenbauer an: gegen Porsche, Ferrari, Aston Martin & Co. Es war wie David gegen Goliath, und trotzdem gelang es Emil Frey Racing bisweilen, in die Hackordnung der hoch dotierten Werkteams einzubrechen.

Jedenfalls wurde der japanische Premiumhersteller Lexus auf die Rennabteilung der Emil Frey AG aufmerksam und vertraute ihr 2015 den brandneuen Lexus RC F GT3 zur Weiterentwicklung an, um ihn auf der internationalen GT3-Bühne konkurrenzfähig zu machen.