Carosserie Reaparatur

Alles wie neu

Der Carrosseriespengler sorgt dafür, dass beschädigte Fahrzeuge ihre ursprüngliche Form zurückerhalten. Edwin Pellecchia übt den Beruf seit 2012 aus.

Für Carrosseriespengler ist ein grosses Interesse an Fahrzeugen unabdingbar. Doch es braucht weit mehr. Als weitere wichtige Voraussetzungen nennt Edwin Pellecchia ein Auge für Formen und Fingerspitzengefühl. «Schliesslich ist das Blech, das der Carrossier Spenglerei EFZ, so lautet die offizielle Berufsbezeichnung, meist bearbeitet, gerade einmal 0,8 Millimeter stark.» Zudem dürfe man schmutzige Hände nicht scheuen, und öfter gehe es in der Carrosseriewerkstatt ziemlich lärmig zu und her. «Gehörschutz und Schutzbrille sind bei vielen Arbeiten nötig.»

Seine Berufswahl hat der 21-Jährige noch nie bereut. «Auch nach bald fünf Berufsjahren bietet der Job viel Abwechslung, denn kein Schadenfall gleicht dem anderen.» Das vierköpfige Spenglerei- Team der Emil Frey AG, Sihlbrugg, davon zwei Auszubildende, kriegt es mit Schäden aller Art zu tun. Vom arg zerbeulten Unfallauto über Hagelschäden bis zu Parkschäden. Hochbetrieb herrscht gemäss Pellecchia jeweils nach Glatteis, Hagel und den Ferien. Auf einem Auftragspapier sind alle auszuführenden Arbeiten aufgelistet, wobei es die unterschiedlichsten Herstellervorschriften und Fahrzeugbauweisen sowie hohe Sicherheitsanforderungen zu beachten gilt. Die Hebebühnen und Pellecchias Werkzeugwagen stehen täglich im Einsatz. Öfter in Gebrauch sind auch die Schweissanlage sowie die Richtbank, auf der gestauchte Autos gestreckt werden. Bei grösseren Schäden kommt die klassische Methode zum Zug: Es wird gerichtet, ausgebeult, grundiert, gefüllert, lackiert und poliert; nicht reparierbare Teile werden ausgebaut und ersetzt. Kleinere Lackschäden werden durch Spot Repair behoben. Dabei werden lediglich die betroffene Stelle und die unmittelbare Umgebung behandelt. Dellen, die auf Hagel oder einen Parkschaden zurückzuführen sind und bei denen der Lack heil geblieben ist, begradigt der «Beulendoktor» mithilfe von Drück- und Klebetechniken.

Der Autobau und damit der Beruf des Carrossiers haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Egal ob Scheinwerfer, Cabrio-Dach oder Schlösser, nichts im Auto läuft mehr ohne Elektronik. Vorne und hinten sind Radarsensoren und/oder Kameras eingebaut, die Karosserieteile entsprechend verkabelt. Es werden immer mehr neuartige Kunststoffe und hochfeste Stähle, Carbon und Aluminium repariert. «Das alles macht unsere Arbeit anspruchsvoll und bedingt eine enge Zusammenarbeit mit der Werkstatt», sagt Edwin Pellecchia.

Würde der Kunde sein Auto abholen, nachdem der Carrosseriespengler seine Arbeit beendet hat, nähme er quasi einen ungeschliffenen Diamanten in Empfang. Denn um Schäden gänzlich ungeschehen zu machen, braucht es noch den Lackierer und sein gutes Auge für Farbtöne. Er ist Herr über die Mischrampe mit über hundert Farben, mit denen sich mit Hilfe des Computers alle gebräuchlichen Lackfarben herstellen lassen. Zufrieden sind die Fachmänner erst, wenn der Kunde anerkennend feststellt: «Sieht aus wie neu!»


Edwin Pellecchia

Alter
21 Jahre

In Sihlbrugg seit
Juni 2017

Erlernter Beruf
Carrossier Spenglerei EFZ

Lieblingsessen
Lasagne

Hobbies
Basketball

Traumreiseziel
Malediven

Was ihm in der Emil Frey AG, Sihlbrugg speziell gefällt
«Das super Team!»