Was heisst eigentlich...?

Wissen Sie wirklich, was gemeint ist, wenn von Wattiefe, cW-Wert oder Downsizing die Rede ist? Unser Glossar erklärt gängige Begriffe aus der Autowelt.

Autonomes Fahren
In modernen Autos gelangen immer leistungsfähigere Prozessoren zum Einsatz. Dadurch sind sie in der Lage, grosse Datenmengen zu verarbeiten und unterschiedlichste Infos in Echtzeit zu analysieren. Trotzdem, erste selbst fahrende Autos dürften in frühestens zehn Jahren marktreif sein. Teilautomatisiertes Fahren ist jedoch bereits heute möglich. Dabei steht dem Fahrer bei anstrengenden Fahrten und Manövern (Stop-and-go-Verkehr, Spurwechsel, Überholen, Einparken) ein intelligentes Assistenzsystem zur Seite, das ihn durch Gas geben, Bremsen und Lenken unterstützt. Der Fahrer muss jederzeit aktiv am Verkehrsgeschehen teilnehmen.

cW-Wert
Landläufig wird unter dem cW-Wert die «Windschlüpfrigkeit» eines Autos verstanden. Der Widerstandsbeiwert wird im Windkanal ermittelt und beurteilt die aerodynamischen Eigenschaften eines Fahrzeuges. Je strömungsgünstiger das Design, desto tiefer ist der Luftwiderstand, was den Treibstoffverbrauch positiv beeinflusst. Der cW-Wert ist jedoch nur eine Variable, der tatsächliche Luftwiderstand kann erst berechnet werden, wenn auch die Werte zu Geschwindigkeit und Stirnfläche des Fahrzeuges berücksichtigt werden. Die «Tin Lizzie», Fords berühmtes Model T, wies einen cW-Wert von 0,90 auf, bei modernen Autos beträgt er zwischen 0,25 und 0,40. Zum Vergleich: Pinguine sind extrem stromlinienförmig – ihr cW-Wert: 0,03!

Differenzialsperre
Ohne Differenzialsperre würde die Antriebskraft vor allem auf durchdrehende Räder geleitet werden. Ein manuelles oder automatisches Sperrdifferenzial verhindert das freie Durchdrehen eines Rades und leitet die Kraft zusätzlich auch auf die Räder mit der besseren Traktion. Das System sperrt den Drehzahlausgleich manuell oder automatisch bis zu 100 % und bewirkt eine Verbindung zwischen den Rädern einer Achse (vordere oder hintere Differenzialsperre) oder zwischen Vorderachse und Hinterachse (zentrale Differenzialsperre).

Downsizing
Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – ausser durch mehr Hubraum: Dieses Motto sticht allenfalls noch beim Autoquartett. Motorenbauer setzen zunehmend auf Downsizing und holen mehr Leistung aus weniger Volumen. Den Leistungsverlust machen sie mit Turbolader oder Kompressor mehr als wett. So lassen sich ein Sechszylinder durch einen Vierzylinder und ein Vierzylinder durch einen Drei- oder gar Zweizylinder ersetzen (und dabei viel Gewicht und Reibungsverlust sparen), ohne dass der Fahrspass auf der Strecke bleibt. Es resultieren weniger Verbrauch und bessere Emissionswerte.

Euro-NCAP
Die unabhängige Gesellschaft Euro NCAP (European New Car Assessment Programme – Europäisches Neuwagen-Bewertungs-Programm) führt verschiedene Crashtests mit neuen Automobiltypen durch und bewertet deren Sicherheit für kleine und grosse Insassen sowie für Fussgänger. Im Maximum werden fünf Sterne vergeben. Die Tests sind freiwillig, stellen jedoch eine wichtige Verbraucherinformation dar.

LED-Matrix-Scheinwerfer
Bei LED-Scheinwerfern wird in Leuchtdioden (LED) elektrische Energie besonders effizient und auf kleinem Raum in Licht umgewandelt. Das LED-Matrix-Lichtsystem passt darüber hinaus die Länge des Lichtstrahls und die Verteilung des Lichtkegels automatisch jeder Verkehrssituation an. Meist kameragesteuert werden einzelne Dioden zu- und abgeschaltet respektive gedimmt, um in jeder Situation eine brillante Ausleuchtung zu erreichen. Dadurch kann zum Beispiel durch eine gezielte automatische Abschattung die Blendung eines entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fahrzeugs verhindert werden.

Run-Flat-Reifen
Das sind selbsttragende Reifen, die über verstärkte Seitenwände verfügen und deshalb nicht einknicken und auf der Felge bleiben. Notfalls kann man damit mit einem Plattfuss weiterfahren, in der Regel mit max. 80km/h und bis zu 150 km weit. Das sollte bis in die nächste Autowerkstatt reichen. Auf ein Reserverad kann so verzichtet werden.

Wattiefe
Damit wird die maximale Gewässertiefe angegeben, die von einem Fahrzeug durchquert – oder durchwatet – werden kann. Sie bezeichnet den Abstand zwischen Fahrfläche und dem Luftansaugsystem des Motors. Dazu kommen jedoch weitere Faktoren wie die Höhe des Entlüftungssystems, die Bordnetzelektronik sowie die Abdichtung des Fahrzeuges. Ausserordentlich geländegängige – zivile – Fahrzeuge können bis zu 90 Zentimeter tiefe Gewässer queren.