Familie reist im Auto

Damit die Familienferien gelingen

Nach wie vor verreisen viele mit dem Auto in die Ferien. Eine gute Planung ist dabei die halbe Miete. Vor allem wenn (kleine) Kinder mitfahren.

"Hast du die Pässe dabei, und wo sind die Windeln?" – Damit es vor der Abreise nicht unnötig stressig wird, ist eine gute Vorbereitung notwendig. Tipps für eine entspannte Autoreise.

 

Vor der Abreise

Autocheck
Es wäre schade, wenn Sie lange Wartezeiten durch Pannen oder Unfälle riskieren würden. Deshalb lassen Sie Ihr Auto vor den Ferien gründlich durchchecken – am besten mit dem Frühlingscheck für nur CHF 69.– in Ihrer Emil Frey Garage – und allfällige Mängel beheben. Beim Frühlingscheck werden alle sicherheits- und fahrtechnisch relevanten Teile sowie die Flüssigkeitsstände fachmännisch kontrolliert.

Reiseroute
Legen Sie mithilfe eines Routenplaners die Reiseroute fest und beachten Sie dabei auch Stauprognosen von Polizei, Automobilverbänden etc. Denn an manchen Sommerwochenenden scheint halb Europa unterwegs zu sein; das Strassennetz ist teils hoffnungslos überlastet.

Vielleicht lässt sich der Anreisetag so wählen, dass zumindest die Aussicht auf mehr oder weniger freie Fahrt besteht.

Monotone Autobahnfahrten sind nicht jedermanns Sache. Manchmal gibt es Alternativrouten, die durch schöne Landschaften führen. Bestimmt lässt sich eine längere Anfahrt durch eine Hotelübernachtung unterbrechen. Eine Faustregel besagt, dass mehr als 500 Kilometer pro Tag zur Hauptreisezeit anstrengend werden. Eine schöne Abwechslung bietet unterwegs auch ein Verwandten- oder Bekanntenbesuch.

Trotz Navigation sind aktuelle Strassenkarten nützlich, etwa beim Planen von Ausweichrouten.

Stauraum
Im Vorfeld lässt sich in aller Ruhe überlegen, was unbedingt mitmuss und was nur mitkommt, wenn Platz im Auto ist. Bei Bedarf liesse sich der Stauraum auch durch eine Dachbox erweitern (gibt's in Ihrer Emil Frey Garage). Packen Sie die Koffer rechtzeitig und schätzen Sie unbedingt grob ab, ob die Gepäckstücke in den Wagen passen. Damit können unerspriessliche Diskussionen mit den Kindern unmittelbar vor der Abfahrt vermieden werden. Denn diese haben in der Regel ganz andere Ansichten darüber, worauf am ehesten verzichtet werden kann.

Im Kombi oder Van nie über die Rücklehne hinaus laden – ausser ein solides Gitter oder Netz trennt den Gepäck- vom Passagierraum. Gepäck sichern, damit es den Insassen bei einer Vollbremsung nicht um die Ohren fliegt. Die schweren Sachen zuunterst und unmittelbar hinter der Rücklehne verstauen.

 

Reiseliste

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die unterwegs immer wieder das Gefühl haben, etwas Wichtiges vergessen zu haben, sollten Sie eine Reiseliste erstellen, die Sie vor jeder Fahrt konsultieren können. Darauf gehören Sachen, die es am Ferienort nicht ohne Weiteres zu kaufen gibt (z.B. Sonnenbrille mit Korrektur, Kontaktlinsen, Handy, Medikament), aber auch wichtige Dokumente vom Führerschein und dem Fahrzeugausweis über den Reisepass und die Notfallnummern bis zu den Reiseunterlagen und dem Unfallprotokoll. Darauf lässt sich auch abhaken, wenn das Pflanzengiessen oder die Fütterung des Stubentigers organisiert ist.

Darüber hinaus kann für jede Reise eine eigentliche Packliste erstellt werden. Denn ob die Fahrt ans Meer oder in die Berge geht oder ob eine Rundreise geplant ist, macht "gepäcktechnisch" einen Riesenunterschied.

Auch vermeintliche Kleinigkeiten sind wichtig! Denken Sie zum Beispiel daran, dass bereits Babys eine Identitätskarte oder einen Pass benötigen, wenn diese Sie auf einer Auslandreise begleiten. Wer mit einem minderjährigen Kind unterwegs ist, das nicht sein eigenes ist, sollte sich von den sorgeberechtigten Eltern eine Vollmacht ausstellen lassen. Das gilt etwa, wenn Sie Ihrem Kind erlauben, ein Gschpänli mitzunehmen.

 

Autoapotheke

Die Reiseapotheke sollte immer auch auf das Reiseziel, Ferienart und Mitreisende abgestimmt sein.

Keinesfalls fehlen dürfen: Verbandmaterial wie Pflaster, Binden und Kompressen; Pinzette und Schere; Desinfektionslösung oder -spray; Fieberthermometer und fiebersenkende Mittel; Notfalldecke, Telefonnummer des Kinderarztes

Empfehlenswert sind im Weiteren ein gut verträgliches Schmerzmittel und je ein Medikament gegen Durchfall und Verstopfung. Auch Halsschmerztabletten, Nasenspray und Kreislaufmittel sowie eventuell homöopathische Mittel können je nach persönlicher Situation nützlich sein. Dazu gehören auch ein Insektenschutzmittel, ein Mittel gegen Insektenstiche sowie Salbe gegen Juckreiz.

Nicht daheim bleiben dürfen selbstverständlich Medikamente, die wegen chronischer Leiden regelmässig eingenommen werden müssen.

Ganz wichtig: Erwachsenenmedikamente sind für Kinder tabu! Konsultieren Sie bei Unklarheiten beim Bestücken der Reiseapotheke Ihren Arzt oder einen Apotheker.

Und zu guter Letzt: Auch Gebrauchsmaterial hält nicht ewig, ebenso haben Medikamente ein Verfallsdatum!

Sonnenschutz
Kleine und grosse Sonnenanbeter müssen sich sowohl am Meer als auch in den Bergen vor gefährlichen Strahlen schützen: mit guten Sonnenbrillen mit UV-Schutz sowie Sonnencremen oder -lotionen mit hohem Lichtschutzfaktor. Für den Fall der Fälle helfen Sonnenbrandsprays. Prinzipiell sollte die aggressive Mittagssonne gemieden werden.

Bei empfindlichen Kindern am besten Cremen verwenden, die sich schon daheim bewährt und keinerlei allergischen Reaktionen hervorgerufen haben.

Actionferien
Wer Sport treibt (Mountainbike, Wandern, Klettern, Strand- und Wassersport etc.) kann schnell einmal Blasen, Prellungen oder Schürfwunden einfangen. Blasenpflaster mit Gelpolsterung, Sport- und Wundsalben nicht vergessen!

 

Am Reisetag

Snacks & Co.
Wenn man mit Babys und Kleinkindern unterwegs ist, dürfen Getränke und kleine Snacks nicht fehlen – und vor allem sollten sie in Reichweite verstaut werden! Erste Wahl sind Vollkornkekse, Apfelstücke, Rüebli, Gurkenscheiben, Getreideriegel, Dörrobst, Nüsse oder Studentenfutter.

Nicht alle Getränke schmecken auch lauwarm. Erste Wahl sind Wasser, Fruchttees und leicht verdünnte Fruchtsäfte statt gesüsste Softdrinks.

Die Pommes in der Autobahnraststätte sind keine gute Idee. Ernährungsfachleute empfehlen, öfter, dafür wenig und leicht zu essen sowie auf stark gesalzene oder gezuckerte Speisen zu verzichten.

Besonders Babys können Ihre Bedürfnisse nicht aufschieben; sie können sich nicht zusammenreissen. Trotzdem: Niemals während der Fahrt das Baby losschnallen zum Windeln wechseln oder Stillen! Im Stau ist es hilfreich, abgepumpte Milch im Fläschchen dabeizuhaben.

Sonnenschutz
Unbedingt an Sonnenblenden für die Scheiben denken.

Pausen einlegen
Zappelige Kinder auf der Hinterbank oder gar ein schreiendes Baby lenken Mama und Papa beim Fahren ab. Deshalb alle anderthalb bis zwei Stunden eine Pause einlegen, damit sich die Kinder austoben können. Und das Baby kann sich endlich so richtig strecken. Denn die Babyschale ist nicht für lange Fahrten konzipiert. Darin ist das Baby zwar optimal geschützt, doch sie zwingt ihm eine gekrümmte Haltung auf.

Mit einem Baby an Bord fährt es sich am besten, wenn die Fahrzeiten mit seinen Schlafenszeiten übereinstimmen, zum Beispiel in den frühen Morgenstunden oder über Mittag (falls das Auto eine Klimaanlage hat). Dann ist die Chance gross, dass das Baby die Reise verschläft – vor allem, wenn es dann noch seine gewohnte Gute-Nacht- oder Beruhigungsmusik im Ohr hat…

Gute Idee
Geschmolzene Schoko-Riegel sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Gute Dienste leistet immer noch die gute alte Kühlbox. Ausserdem verfügen manche modernen Autos über ein gekühltes Handschuhfach. Nicht selten geht das vergessen, weil sie selten bis nie gebraucht wird. In der Betriebsanleitung steht, wie's geht.

 

"Wann sind wir endlich da?"

Langeweile auf der Hinterbank ist konfliktträchtig.
Natürlich gibt es heute ganz andere Möglichkeiten, den Nachwuchs bei Laune zu halten, als noch zu den Zeiten, als die Grosseltern mit ihren Kindern nach Rimini fuhren. Spielkonsolen, Tablets oder Bildschirme in der Kopfstütze der Vordersitze gab es damals noch nicht. Und trotzdem funktionieren die altbewährten Spiele auch heute noch:

  • Märchen-Hörspiele ("Märli-Kassetten") lassen Kinder in eine andere Welt eintauchen.
  • "Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist …" 
  • Jeder entscheidet sich für eine Farbe oder Automarke und zählt die entsprechenden Fahrzeuge (evtl. die gängigsten Farben Weiss, Grau und Schwarz ausschliessen). 
  • Wörter immer weiterspinnen, z.B. Autobahn – Bahnwagen – Wagenkolonne usw. 
  • Singen macht Spass und füllt die Lungen mit Sauerstoff. 
  • Auch Kreuzworträtsel, Sudokus, Malbücher, Comics oder ein Steck-Mastermind hält (ältere) Kinder in Stimmung.

 

Stau-Knigge

Insbesondere auf der Nord-Süd-Achse sowie in den Feriendestinationen Italien und Frankreich sind im Sommer Staus programmiert. Wegen Verkehrsüberlastung, aber auch wegen Baustellen und Unfällen. Wie kommt man trotzdem gut gelaunt am Ferienort an?

  • Stressvermeidung statt Stauvermeidung lautet an vielen Sommerwochenenden die Devise. Um keinen Rückstand auf die "Marschtabelle" einzufahren, lohnt es sich, genügend Zeit einzuplanen. 
  • Wer neuralgische Autobahnabschnitte meidet und auf die Landstrasse ausweicht, darf den zusätzlichen Zeitbedarf nicht unterschätzen und ausserdem muss er damit rechnen, dass kurvenreiche Strecken dem Nachwuchs nicht gut bekommen. 
  • Nachtfahrten sollten nur ausgeschlafen in Angriff genommen werden. Also nicht gleich nach Büroschluss ins Auto sitzen und losfahren! Ausserdem haben viele nachts Probleme mit den Augen und der Konzentration, da helfen auch Energy Drinks, Kaffee und Cola wenig. Eher zu empfehlen ist eine Fahrt in den Morgen hinein. 
  • Baustellenschilder sind häufig Vorboten von Staus. Ebenso, wenn am Horizont ein Gewitter dräut. Vorsicht geboten ist auch vor Kurven und Hügelkuppen. Das nachfolgende Fahrzeug mit der Warnblinkanlage über den stehenden Verkehr informieren. 
  • In der Regel sollte man im Wagen bleiben, auch wenn der Verkehr längere Zeit stillsteht. Denn Einsatzfahrzeuge dürfen am Stau vorbeifahren, genervte Fahrer und Töfffahrer tun es ihnen trotz Verbot gleich. Beide rechnen nicht mit spielenden Kindern!

 

Reiseübelkeit

Manchen Kindern (Babys sind nicht betroffen!), aber auch Erwachsenen wird im Auto regelmässig speiübel, besonders auf kurvenreichen Strecken. Plötzlich leiden die Betroffenen an Brechreiz, häufig begleitet von Schweissausbrüchen, Schwindelgefühl, steigendem Puls, einem flauen Gefühl im Magen und zwanghaftem Gähnen und Schlucken.

Erwachsene können dagegen vorbeugend Tabletten einnehmen; auch Zäpfchen sind erhältlich. Für Kinder gibt es Reisekaugummis, die rasch wirken. Unter Umständen hilft sogar ein normaler (Placebo-)Kaugummi, sofern er denn von Papa oder Mama als wirksam angepriesen wird … Auch Ingwer (als Tee oder Bonbon) wird eine Wirkung nachgesagt. Ebenso können akustische Reize ablenken (z.B. Hörspiel-Märchen). Den Mitfahrenden wird empfohlen, die Fahrt auf der Strasse mit zu verfolgen und keinesfalls zu lesen.

Um vorzubeugen sollte man am Tag vor der Abreise keine üppigen Mahlzeiten mehr zu sich nehmen; Erwachsenen wird zudem empfohlen, den Genuss von Alkohol, Nikotin und Koffein einzuschränken. Aber ebenso wenig wie mit vollem Magen sollte man die Fahrt mit leerem Magen antreten.

 

Am Ziel

In den Ferien will man sich erholen, das Familienleben pflegen und überdies möglichst viel vom Urlaubsland sehen und Neues entdecken. Das passt nicht immer unter einen Hut. Wer nicht alleine verreist, sollte Rücksicht darauf nehmen, dass jedes Familienmitglied andere Bedürfnisse hat. Am Strand faulenzen und ein Buch lesen vs. Sport und Action pur!

Wenn keiner zu kurz kommt, können die Ferien für alle gelingen. Aber hierfür muss man Kompromisse eingehen. Insbesondere sollte man sich nicht zu viel vornehmen, keinesfalls die Ferientage bereits zu Hause mit Sightseeing, Wanderungen, Besuchen von Museen und Freizeitparks verplanen. Gut fährt man mit der Devise: Wenn die Kinder Spass haben, verbringen auch die Eltern einen entspannten Urlaub!

Hier geht's zur Merkliste