Manchmal kann ein Schuss Autoparfum nicht schaden

In der Fahrzeugaufbereitung erhalten Neuwagen den letzten Schliff, und Occasionen sehen nach einer «Behandlung» wieder aus wie neu!

Fahrzeugübergabe. Der Käufer strahlt. Seine Hände streichen über das makellose Leder, seine Augen ergötzen sich am staubfreien Armaturenbrett; am Boden ist kein Krümelchen auszumachen, keine störende Duftmarke irritiert die Nase. Auch den Verkäufer freuts.

Allerdings handelt es sich nicht, wie man annehmen könnte, um einen Neuwagen, sondern um eine Occasion. Dass alles wie neu wirkt, ist den Fahrzeugaufbereitern zu verdanken. Sie haben innen und aussen so lange gereinigt und poliert, bis Schmutz und Kratzer restlos verschwunden sind. Mit Staubsauger und Poliermaschine, Microfasertuch und dem lautstarken Tornado, der mit Druckluft und Seifenwasser Teppiche porentief säubert, sowie mit Leder- und Glasreiniger, Kunststoffpflegemittel, Politur und Geruchskiller sind sie dem Schmutz auf den Leib gerückt. Zu guter Letzt wurden die Reifen geschwärzt.

«Manchmal kann auch ein Schuss Autoparfum nicht schaden», sagt Bruno Kneuss schmunzelnd, der zusammen mit seinen Kollegen Nanthan Selvanayagam und Stefan Maurer jährlich rund tausend Fahrzeuge aufbereitet.

Dient auch der Werterhaltung
«Für einen Gebrauchtwagen wenden wir im Schnitt rund drei bis vier Stunden auf», erklärt Stefan Maurer. Aber auch für einen Neuwagen rechnet er mit zwei Stunden. Nach dessen mechanischer Aufbereitung und Programmierung sowie dem Einbau allfälligen Zubehörs in der markenspezifischen Werkstatt wird das Fahrzeug innen wie aussen sorgfältig kontrolliert und aufbereitet. Insbesondere geht es darum, die Karosserie von Schutzwachs sowie Sitzüberzüge und Bodenteppiche von schützenden Folien zu befreien. Dann wird «gefinished», will heissen: gereinigt, poliert, gewachst, versiegelt, was das Zeug hält – auf dass kein Stäubchen die Freude des Käufers trüben möge. «Selbstverständlich dient das nicht nur der Optik, sondern auch der Werterhaltung», sagt Nanthan Selvanayagam.

Ein Auge fürs Detail
Den Beruf des Fahrzeugaufbereiters gibt es eigentlich gar nicht. Meist sind es Quereinsteiger, die unermüdlich dafür besorgt sind, dass aus Neuwagen und Occasionen glanzvolle Schmuckstücke werden. Voraussetzung für diesen Job sind Freude am Automobil, ein Auge für Details und keine Scheu vor körperlichem Einsatz.

Die Profi-Reiniger wirken im Hintergrund. Manchmal gelangt aber trotzdem ein Kompliment bis zu ihnen durch. Dann wissen sie: Ihr Einsatz lohnt sich!

ZU DEN PERSONEN

BRUNO KREUSSNANTHAN SELVANAYAGAMSTEFAN MAURER
Seit 1. Januar 2011 bei der
Emil Frey AG, Bern
Seit 1. Februar 2013 bei der
Emil Frey AG, Bern
Seit 1. August 2014 bei der
Emil Frey AG, Bern
Familie
Verheiratet
Familie
Verheiratet, 1 Tochter
Familie
Verheiratet, 1 Tochter, 1 Katze und 1 Zwergkaninchen
Hobbys
Garten und Wandern
Hobbys
Mit der Familie Zeit verbringen
Hobbys
Familie, Natur, Wandern
Wunschreiseziel
Kreuzschifffahrt
Wunschreiseziel
Sri Lanka und USA
Wunschreiseziel
Kanada, mit dem Camper durch Skandinavien
Lieblingsessen
Fondue, Grill-Fleisch
Lieblingsessen
Fleisch
Lieblingsessen
Lasagne, Raclette