Lassen Sie sich nicht eiskalt erwischen

Mit unseren Tipps und Tricks kommen Sie sicher durch Herbst und Winter.

Zeigen Sie Profil: Der Gesetzgeber verlangt für Winterpneus eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Verkehrsexperten empfehlen jedoch mindestens 4 mm. Mit dem Zweifränkler-Test können Sie herausfinden, ob Ihre alten Reifen noch für eine weitere Saison gut sind: Stecken Sie das Geldstück in eine Profilrille der Lauffläche. Ist der Sockel, auf dem die Helvetia steht, noch nicht sichtbar, genügt das Restprofil. Falls nicht, kann es im Winter schneller gefährlich werden.

Erst bei Sichtweiten unter 50 m darf die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden. Denn sie leuchtet bis zu 30-mal heller als normale Rücklichter, wodurch der Folgeverkehr bei weniger extrem eingeschränkter Sicht geblendet werden kann. Die Sichtweite lässt sich anhand der Leitpfosten am Strassenrand abschätzen, die in der Schweiz in der Regel einen einheitlichen Abstand von 50 m aufweisen. Ist die Nebelschlussleuchte an, sollte das Tempo auf maximal 50 km/h gedrosselt werden.

Im Herbst sind häufig überbreite landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs (z.B. Rübentransport). Traktor & Co. sind fürs Grobe gedacht und fahren sich entsprechend ruppig. Überholen Sie deshalb nur, wenn seitlich ausreichend Platz vorhanden ist. Sich in Geduld üben und geduldig hinterherfahren ist angezeigt, wenn auf der linken Seite Feldwege zu sehen sind. Denn das vorausfahrende Gefährt könnte jederzeit stark ausscheren.

Vor allem in den Morgen- und Abendstunden der Herbstmonate sind vermehrt Wildtiere unterwegs. Auf Wildwechsel-Schilder achten und besonders vorsichtig fahren. Steht ein Tier auf der Fahrbahn oder am Strassenrand, behutsam abbremsen und hupen. Es ist gut möglich, dass sich in der Nähe weitere Tiere aus dem Rudel befinden.

Allradantrieb bringt zwar mehr Traktion und Fahrstabilität bei winterlichen Strassenverhältnissen – Voraussetzung sind allerdings auch hier vier gute Winterreifen. Der Bremsweg wird indes keineswegs kürzer, egal wie glatt der Untergrund ist. Schliesslich bremst jedes Auto mit vier Rädern!

Nicht nur die Scheiben, die ganze Karosserie muss von Gesetzes wegen vom Schnee befreit werden. Wer sich jemals um die weisse Pracht auf dem Dach foutiert hat und ein Vollbremsung hinlegen musste, weiss auch weshalb. Zudem kann es eine saftige Busse geben. Der Gebrauch eines weichen Handbesens schont den Lack. Scheiben kratzen bei laufendem Motor schadet nicht nur der Umwelt, es ist auch verboten und wird gebüsst. Aber leidet dafür der winterstarre Motor beim Kaltstart? – Keineswegs, ausser man fährt mit Bleifuss los. Am liebsten wird er so geweckt: Ist die Sicht klar, Motor starten, sich anschnallen und losfahren. Früh hochschalten.

Mit jedem Einsteigen gelangen Feuchtigkeit und Matsch ins Auto. In der Folge beschlagen die Scheiben häufig oder vereisen sogar von innen. Da hilft nur Scheiben freimachen, Heizung und Gebläse voll aufdrehen (Umluft ausstellen!) – warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Auch die Klimaanlage entzieht dem Innenraum Feuchtigkeit. Ebenso eine Zeitung unter den Gummimatten oder eine mit Salz oder Katzenstreu gefüllte Socke, die über Nacht auf das Armaturenbrett gelegt wird. Manche Automobilisten schwören sogar auf Rasierschaum. Auf Innenscheiben auftragen, kurz einwirken lassen und abwischen. Rasierschaum wirkt wie ein Imprägniermittel; das Wasser kondensiert weniger an der Scheibe.

Ihr Auto steckt im Schnee fest? Streuen Sie eine Handvoll Katzenstreu vor die angetriebenen Räder, um die Haftung zu verbessern. Auch Karton oder die Fussmatten aus dem Auto helfen bei durchdrehenden Rädern.

Für automobile Advents- und Weihnachtsmarktbesucher: Es ist ein gefährlicher Irrglaube, dass Glühwein nicht betrunken macht, weil der Alkohol verdampft. Das geschieht erst bei 78 Grad Celsius, und so heiss wird der Glühweintopf kaum.