Der Toyota Yaris WRC: Comeback im Rallyesport

Toyota erinnert sich seiner grossen Erfolge in den 1970er- und 1990er-Jahren und kehrt in den Rallyesport zurück. Dafür wurde mit dem Yaris WRC ein heisses Eisen geschmiedet.

Nach 17 Jahren Abstinenz kehrt Toyota auf die grosse Rallye-Bühne zurück und setzt dabei ein dickes Ausrufezeichen: Der vom Serienmodell abgeleitete Yaris WRC mit Allradantrieb entfesselt 380 PS aus einem 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder. Dabei bringt er gerade einmal 1,19 Tonnen auf die Waage! Der Rallye-Renner in den traditionellen Farben Rot-Weiss-Schwarz von Toyotas Motorsport-Sparte Gazoo Racing besitzt den wohl aggressivsten Look im diesjährigen Teilnehmerfeld. Die Aerodynamiker haben ihm eine ausgeprägte vordere Lippe verpasst, ebenso grosse Flügel an den Schürzen und einen riesigen gerippten Heckflügel. Sogar die Seitenspiegel sind zu Luftleitwerken umgeformt!

Im einen Werkcockpit sitzt der rallye-erprobte Finne Jari-Matti Latvala, 31, zusammen mit seinem Landsmann, Navigator und Co- Piloten Miika Anttila, 44. Auch das zweite Auto ist fest in finnischer Hand: Am Steuer sitzt Juho Hänninen, 35, der von Co-Pilot Kaj Lindström, 47, unterstützt wird. Mit dem Yaris WRC will Toyota seine glorreiche Rallye-Vergangenheit wieder aufleben lassen: In den 1990er-Jahren gewann Toyota drei Hersteller- und vier Fahrerweltmeisterschaften in der Königsklasse des Rallyesports, der World Rallye Championship. Vor allem der Celica mit Allradantrieb und Turbopower liess die Konkurrenz alt aussehen.

Das Comeback verlief sensationell: Zum Saisonauftakt in Monte Carlo steuerte Jari-Matti Latvala den Yaris WRC auf den unerwarteten zweiten Rang, und schon bei der zweiten Rallye in Schweden bescherte der Finne seinem neuen Arbeitgeber den ersten Sieg!

Toyota hatte sich Anfang 2015 zur Rückkehr in den Rallyesport entschlossen, um sich der Herausforderung zu stellen und neue Technologien auf den unterschiedlichsten Strassen rund um den Erdball zu testen. Schon für den Firmengründer Kiichiro Toyoda war der Rennsport wichtig. «Es geht um weit mehr als spannende Unterhaltung, der Motorsport ist essenziell für die Weiterentwicklung des Automobils», erklärte er. Sein Enkel Akio Toyoda, heutiger CEO von Toyota, sagte zum neuerlichen Engagement : «Unsere Fans haben die früheren Erfolge nicht vergessen. Mit guten Resultaten möchten wir ein Lächeln auf ihre Gesichter zaubern.»

Die unter Extrembedingungen gewonnenen Erkenntnisse werden natürlich auch dem Serien-Yaris zugute kommen, der 1999 – im Jahr, als sich Toyota aus dem Rallyesport zurückgezogen hat – lanciert wurde und im Laufe von bisher vier Generationen immer wieder mit in seiner Fahrzeugklasse neuen Features überraschte. Mit dem Yaris HSD brachte Toyota auch den kleinsten Vollhybrid auf dem Markt. Bis heute haben allein in Europa über 3,5 Millionen Yaris-Modelle einen Käufer gefunden.

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